4,5 Millionen Euro und damit fast viermal so viel wie im Jahr 2025 muss die Gemeinde Körle im Jahr 2026 investieren. Der Haushaltsplan mit Investitionsprogramm ist einer der Tagesordnungspunkte bei der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung. Diese findet am Montag, 9. Februar, 19.30 Uhr im Saal des Gasthauses Zur Krone statt. Die Sitzung ist öffentlich, Zuhörer sind willkommen.
Die Kassenlage sei „besorgniserregend“, wie Bürgermeister Mario Gerhold in der jüngsten Gemeindevertretersitzung, als der Haushalt eingebracht wurde, ausführte. „Wir leben von unserer Substanz.“ Denn: Um den Haushalt mit dem schmalen Plus von knapp 90.000 Euro abschließen zu können, mussten Rücklagen aus den Vorjahren aufgelöst werden. „Zu viele Aufgaben, zu viele Vorgaben ohne eine solide Finanzierung. Ja, wir haben gute Steuereinnahmen, doch diese halten mit den schnellersteigenden Ausgaben längst nicht mehr mit. Die Konsequenz: Mittel für notwendige oder sinnvolle Investitionen bleiben nicht mehr übrig“, erklärte der Rathaus-Chef.
Um die Investitionen stemmen zu können, sei eine Nettokreditaufnahme von mehr als 2,65 Millionen Euro nötig. Und diese Zahl sei noch bedenklicher, wenn man sich vor Augen führe, dass die millionenschweren, absehbaren Investitionen in die Sanierung der Berglandhalle und in die Kita Pfiffikus noch gar nicht enthalten seien. Jedoch sei es keine Alternative NICHT in die Infrastruktur zu investieren. Und so gebe die Gemeinde Geld aus „was wir nicht haben und befinden uns damit in „guter“ Gesellschaft mit anderen Kommunen“, sagte Mario Gerhold mit ironischem Unterton. Auch der Bund gehöre selbst dazu. „Dort nennt man die Milliardenschulden eben nur Sondervermögen.“
Zu den Investitionen gehört unter anderem die Sanierung Neuer Weg mit 1,47 Millionen Euro.
Barrierefreiheit, neue Baumstandorte und Fahrradabstellplätze: Der Körler Rathausplatz soll umgebaut werden. Die Investition von 180.000 Euro ist Teil des Investitionsprogramms. In welcher Form – ein Büro hat mehrere Varianten ausgearbeitet – der Umbau geschehen soll, darüber entscheiden die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung. Im Jahr 1985 wurde der ehemalige Bauernhof Wenzel zur Gemeindeverwaltung mit Dorfplatz umgebaut. Nach 40 Jahren gebe es nun Gründe, den Platz zu verändern und den heutigen Ansprüchen funktional und gestalterisch anzupassen, heißt es in den Beschlussvorlage. Voraussetzung für den Umbau ist eine Förderung aus dem Programm Lebendige Zentren. Diese sei bereits vergangenes Jahr beantragt worden, aber noch nicht bewilligt.
Die Tagesordnung
- Beratung und Beschlussfassung über das Investitionsprogramm 2025 bis 2029
- Beratung und Beschlussfassung über die Haushaltsatzung mit Haushaltsplan 2026
- Beratung und Beschlussfassung über den Umbau des Rathausplatzes
- Informationen des Gemeindevorstandes
- Antrag der SPD-Fraktion betr. Betreuung und Verpflegung in der Grundschule
nicht öffentlich: - Beratung und Beschlussfassung über den Verkauf
des ehem. Feuerwehrhauses Körle Guxhagener Str. 3
