1926

Radsportverein Körle

Radsport in Körle

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg gab es in Körle einen sehr aktiven Radsportverein, der weit über den Ort hinaus bekannt war und sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreute.

Der Verein war schon im Jahre 1926 von zwölf Körler Radsportlern gegründet worden. Er trug damals den Namen Radsportverein Fulda-tal. Ende 1926 beschloß man, sich dem A. R. B. (Arbeiter-Radfahr-Bund) anzuschließen, damit die Mannschaften auch an überörtlichen Veranstaltungen teilnehmen konnten. Schon Pfingsten 1927 wurde ein Bezirksfest in Körle gefeiert, das die Radsportler als einen großen Erfolg verbuchen konnten. Das gab den aktiven Sportlern Zuversicht in die künftige Entwicklung und sie kauften aus eigenen Mitteln, ohne irgendwelche Beihilfen und Zuschüsse, die ersten Saalräder.

Diese Aktivität lohnte sich, denn in den nächsten Jahren wurde die Vereinsmannschaft zweimal Bezirksmeister im Vierer-Reigenfahren.

Neben dem Radsport, zu dem damals Rennsportveranstaltungen und das Fahren mit den Saalrädern gehörten, pflegte der Verein besonders das Wanderfahren, das sich immer eines größeren Zuspruchs er-freute. Doch die erfolgreiche Aufwärtsentwicklung wurde jäh gestoppt, als in 1933 der Verein verboten wurde.

Ende 1946 fanden sich einige ehemalige Mitglieder wieder zusammen und gründeten den Verein erneut. Der Sportbetrieb beschränkte sich in Körle nun jedoch auf die vielen Möglichkeiten mit den Saalfahr-rädern. Trotz der beengten Verhältnisse beim Training, blühte der Verein erstaunlich schnell auf. Bei vielen Festen in Körle und der Umgebung fanden die Mannschaften reichen Beifall für ihre Vorführun-gen, die Kunstfahrer, die Radballspieler, besonders aber die oft schwierigen Reigen.

Die Damenmannschaften waren besonders erfolgreich. Sie wurden mehrfach Bezirks- und Hessenmeister im 6er-Schulreigen. In den Jahren von 1953 bis 1955 nahmen sie auch an den Bundesmeisterschaften teil, sie traten u. a. in Mainz, Karlsruhe, Würzburg und Wiesbaden auf und erreichten in ihrer Gruppe viermal einen ersten Platz.

Aufstieg und Erfolg waren dem unermüdlichen Eifer der Mitglieder, vor allem aber dem persönlichen Einsatz des langjährigen Vorsitzenden Mathäus Ebert zu verdanken. Besonders verdient um die Betreuung der Mannschaft machte sich auch Heinrich Bartholmey. Leider ist in den letzten Jahren die Vereinstätigkeit ganz zum Erliegen gekom-men. Training und Veranstaltungen forderten sehr viel persönliche Opfer, besonders an Freizeit, so daß es an ausreichend Nachwuchs mangelt.

Verfasst von Heinz Rüdiger (1929-2019) für die Chronik „900 Jahre Körle“ im Jahr 1974

 

 

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