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Wird das Wasser im Sommer knapp ?

Die Temperaturen der letzten Wochen mit 38 Grad und mehr sind eine Belastung für Mensch, Tier und Pflanzen. In solchen Hitzephasen wird schnell klar, warum der Mensch ohne Wasser nicht lange überleben kann. Als Getränk und zur Essensbereitung wird jedoch der geringste Teil verbraucht. Der größte Anteil wird in Privathaushalten für die Dusche, die Toilettenspülung, die Waschmaschine und den Geschirrspüler benötigt. Hinzu kommen im Sommer Schwimmbecken und die Gartenbewässerung.

So steigt mit den Temperaturen auch der Bedarf an Frischwasser. Das kühle Nass wird in Körle aus zwei Tiefenbrunnen gefördert, dem Wilhelm-Pfeiffer-Brunnen im Tal der Trockenen Mülmisch sowie dem Eckertsbergbrunnen im Waldgebiet jenseits der Schnellbahnstrecke. An „normalen“ Tagen werden aus diesen beiden Brunnen bis zu 450 cbm pro Tag gefördert, um 3.100 Einwohner in den vier Orten der Gemeinde zu versorgen. In Hitzeperioden wie zuletzt kann der Verbrauch auf bis zu 600 cbm steigen, vor allem am Wochenende, wenn die meisten Einwohner zu Hause sind.

Die beiden v.g. Tiefenbrunnen befinden sich in unterschiedlichen Höhenlagen und sind mit 90 m und 195 m unterschiedlich tief, um die gleichen Grundwasserschichten zu erreichen. Vergleicht man die Fördertiefe mit der Höhenlage der Fulda, wird das Grundwasser aus Schichten befördert, die nochmals 50 m unter dem Flussniveau liegen.

Die Gemeinde Körle zeichnet die Verbrauchswerte seit Jahrzehnten auf. Hierzu zählen auch die Pegelstände der Brunnen während der Pump-/Förderzeiten sowie zu den Ruhezeiten. So lässt sich eine Aussage zur Entwicklung und Ergiebigkeit der Brunnen ableiten. Die gute Nachricht ist, dass die Pegelstände seit Jahren konstant sind und grundsätzlich keine Wasserknappheit zu befürchten ist. Trotzdem ist die Gemeinde bemüht, die gepumpten Wassermengen zu senken. Hierzu zählt die Überwachung und Instandhaltung des Leitungsnetzes, um Wasserverluste zu erkennen und schnellstmöglich zu beheben. Dazu zählt auch, Schleichverluste bei den Anschlussnehmern zu minimieren. Wesentlich dazu beitragen kann ein Austausch der bisher eingesetzte Flügelrad-Wasserzähler durch moderne Ultraschall-Wasserzähler. Diese sensibleren Zähler erkennen Undichtigkeiten oder permanente Durchflüsse frühzeitig, so dass Verluste im Gebäude nicht erst bei der Abrechnung bemerkt werden.

Eine Entscheidung über den Einsatz der neuen Funkzähler soll die Gemeindevertretung Körle im Laufe des Jahres treffen. In Guxhagen erfolgt eine Umstellung der Flügelradzähler auf Funkwasserzähler bereits ab August diesen Jahres.

Unabhängig von der Zählmethode gilt:
Wasser sparen schont die Umwelt und den Geldbeutel!

Das Umweltbundesamt gibt dazu folgende Tipps:

Haushalt

  • Geschirrspüler und Waschmaschine nur vollbeladen laufen lassen
  • Duschen statt Vollbad
  • Wasserspar-Duschkopf statt Standard-Duschkopf installieren
  • Waschmittel richtig dosieren
  • Lebensmittel möglichst regional und saisonal und aus ökologischem Anbau kaufen
  • Keine Schadstoffe (z.B. Farbreste, Medikamente) in die Toilette oder Spüle

Garten

  • Nur nachts oder in den Morgen- oder Abendstunden gießen
  • Regenwasser sammeln und zum Gießen nutzen
  • Möglichst effizient gießen, nicht auf die Blätter, besser nahe am Erdboden
  • lieber seltener gießen und gut durchfeuchten, als täglich wenig
  • die Hinweise und Allgemeinverfügungen der Kommunen zur Wasserentnahme aus Bächen, Flüsse und Seen sowie aus Gartenbrunnen berücksichtigen, die Hinweise dienen z.B. dem Schutz der Ökosysteme und zur Unterstützung des wassersparenden Gießens (z.B. nur in den Abendstunden)
  • ebenso sind die Hinweise der (Trink)Wasserversorger zu berücksichtigen, sie dienen der Aufrechterhaltung einer stabilen Trinkwasserversorgung für alle

Pool

  • möglichst vor der Trockenheit befüllen
  • nur nachts befüllen
  • Pool „pflegen“, z.B. abdecken bei Abwesenheit schützt vor Verunreinigung und Verdunstung

Bildquellenangabe: Rainer Sturm  / pixelio.de