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Gemeinde investiert in denkmalgeschütztes Schulgebäude

Ein ortsbildprägendes Gebäude mit einer bewegten Geschichte ist die ehem. Grundschule in der Nürnberger Straße. Das Haus wurde im Jahre 1938 als „Hitlerjugend-Heim“ gebaut und konnte im Jahre 1939 von den NS – Jugendorganisationen genutzt werden. Nach dem Kriegsbeginn im Jahre 1939 war die Nutzung jedoch sehr eingeschränkt. Kurz nach dem Ausbruch des sogenannten Frankreichfeldzuges wurden französische Kriegsgefangene hier untergebracht. Kurze Zeit später, nachdem die Kriegsgefangenen nach Wagenfurth verlegt worden waren, nutzte die Kasseler Heinrich Schütz Schule das Haus als sogenanntes KLV – Lager. Die „Kinder-Land-Verschickung“ sollte die Schülerinnen und Schüler vor den Luftangriffen schützen. Während der letzten Kriegsmonate war das Haus Ausbildungslager für den „Volkssturm“. Nach dem Krieg ließ die Gemeinde notdürftig Wohnungen für Heimatvertriebene in dem Haus herrichten. Die Gemeindeverwaltung bekam einen Raum und in der Vorhalle eröffnete ein Frisör sein Geschäft. Wegen der großen Wohnungsnot fehlte es im Dorf an Badezimmern; deshalb hatte die Gemeinde für kurze Zeit in Kellerräumen des ehemaligen HJ-Heimes Badewannen und Duschen für die allgemeine Benutzung einbauen lassen. Im Jahre 1949 wurde das Haus dann in eine Schule umgebaut. Nachdem im Jahre 1949 die Körler Schule in den Neubau am Eselspfad umgezogen war, konnte man das Gebäude wieder als Wohnhaus nutzen. Das Haus wurde in 1990 umgebaut, es bestehen seitdem dort sechs Wohnungen, die von der Gemeindeverwaltung vermietet werden.

Aufgrund der relativ alten Bausubstanz stehen nun größere Investitionen in das denkmalgeschützte Haus an. Nachdem der Erhalt der Wohnungen bereits als Ziel im städtebaulichen Entwicklungskonzept im Jahr 2021 formuliert wurde, befasste sich die Gemeindevertretung in 2023 mit den verschiedenen Optionen für eine Sanierung. Eine Herausforderung stellt dabei nicht nur der Denkmalschutz und die asbestfaserhaltige Verschindelung dar, sondern auch beim Brandschutz müssen heutige Maßstäbe berücksichtigt werden. Das Dach wird zudem komplett erneuert und auf der Talseite sollen Dachgauben für mehr Platz in den oberen Wohnungen sorgen. Nach diesen Arbeiten soll auch das Außengelände von Asphalt befreit und neu gestaltet werden.

In der Sitzung der Gemeindevertretung sowie in der vorhergehenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses befassten sich die Gemeindevertreterinnen und -vertreter ausgiebig mit dem Thema. Für eine nachhaltige Sanierung des Hauses sprach nicht nur der Bedarf an Wohnraum, sondern auch die Möglichkeit, jetzt mit Hilfe der Städtebauförderung diese Gemeindeimmobilie deutlich aufzuwerten und damit immerhin sechs zentrumsnahe Wohnungen zu erhalten.

Bei zwölf anwesenden Mitgliedern der Gemeindevertretung erfolgte die Bewilligung der Sanierungskosten in Höhe von 845.000 € einstimmig.